Warum dieses Objektiv jeder haben sollte?

Egal ob Einsteiger, Fortgeschrittener oder Profi - Dieses vielseitige Objektiv sollte jeder in seiner Kameratasche haben

Sehr oft werden die Fragen gestellt: Welche Kamera soll ich kaufen? Welches Objektiv soll ich kaufen bzw. Welches sollte ich als nächstes kaufen?

Typischerweise ist die Antwort auf diese Fragen abhängig von den eigenen Fähigkeiten, wie viel Geld ausgegeben werden kann oder auch was fotografiert werden soll.

Unabhängig von diesen vielen Faktoren ist diese 50mm-Festbrennweite eine Empfehlung für Jedermann. Denn dieses Objektiv ist vielseitig einsetzbar und zudem noch relativ günstig. Deshalb wird es oft auch als Nifty-Fifty bezeichnet.

Warum das Nifty-Fifty?

Ungeachtet davon, dass man sich gerade nach einem neuen Objektiv umschaut oder bereits zahlreiche Objektive besitzt, ist dieses Objektiv in jedem Fall eine gute Wahl. Die Gründe für dieses Nifty-Fifty sind in den folgenden Abschnitten dargestellt.

Gute Fotos leichtgemacht

Als Erstes, es macht gute Fotos. Denn es hat eine weit offene Blendeöffnung von f/1.8.
Jeder, der diese Fotos liebt, mit einem unscharfen separierten Hintergrund und dem schönen weichem Bokeh im Hintergrund, wird sich an diesem Objektiv erfreuen. Mit Hilfe dieses Objektives lässt sich jedes Motiv von dem Hintergrund separieren. Dies lässt die Fotos nicht nur wundervoll und großartig aussehen, sondern auch professionell wirken.

Um sich besser darunter etwas vorstellen zu können, sind hier ein paar Bilder gezeigt, die dies veranschaulichen.

An diesem Portrait ist wunderschön zu erkennen, wie die Person sich perfekt vom Hintergrund sowie Vordergrund hervorhebt. Dabei sind die Details makellos sowie der Hintergrund weich und komprimiert, wodurch sofort deutlich wird, was der Fotograf zeigen möchte.

Als Nächstes ist hier ein Bild von einpaar Blätter gezeigt. Deutlich zu erkennen ist, dass die Schärfentiefen sehr gering ist. Grund dafür ist die enorm große Blendenöffnung. Dadurch sind die Blätter gestochen scharf und der Hintergrund weich und unscharf.

Auch an diesem Bild ist wieder zu erkennen, wie sich das Motiv, in diesem Fall der Burger mit den leckeren Pommes, vom Hintergrund abhebt. Das lässt das Foto nicht nur professionell erscheinen, sondern auch besonders schön aussehen.

Low Light

Wie schon an den ersten Bildern zu erkennen, ist die Schärfentiefe relativ gering. Grund dafür ist die große Blende von f/1.8.
Ein weiterer Vorteil dieser weit geöffneten Blende ist, dass besser Fotos in Low Light, also in Umgebungen mit wenig Licht aufgenommen werden können. Dadurch können beispielsweise bei Innenaufnahmen, in der Nacht, bei Events oder Ähnlichem bessere Resultate erzielt werden.

Durch die große Blende kann eine geringere Belichtungszeit gewählt werden, wodurch ebenfalls das Risiko auf Verwacklungen minimiert wird. Zusätzlich kann eine geringere Empfindlichkeit (ISO) eingestellt werden. Dies hat den Vorteil, dass das Bildrauschen reduziert wird.

Selbst in sehr dunklen Umgebungen, wie beispielsweise dieser Höhle, ermöglicht die extra große Blende dieses Objektives noch Details ins Bild einzufangen, auch wenn es fast komplett dunkel ist.

Vorteilhaft durch die große Blende ist nicht nur die gute Low-Light-Performance, sondern auch, dass die Lichter im Hintergrund große runde leuchtende Bälle erzeugen, die sogenannten Bokeh-Bälle. Das verleiht den Bilder einen weiteren besonderen Effekt.

Dieses Bild eines Cafe's spiegelt wunderbar, die Stärken des Nifty-Fifty wieder. Selbst in Situationen mit wenig Licht lassen sich detailreiche Bilder aufnehmen, ohne, dass ein Stativ verwendet werden muss und das Verwacklungen entstehen.

Schnelle Bewegungen gestochen scharf

Die große Blende ist nicht nur in lichtärmeren Umgebungen vorteilhaft, sondern auch an besser beleuchteten Orten. Durch das viele zur Verfügung stehende Licht ergibt sich eine deutlich verringerte Belichtungszeit auch ohne starke Erhöhung der Empfindlichkeit (ISO).

Dies ermöglicht es auch schnellere Bewegungen gestochen scharf festzuhalten ohne dass Bewegungsunschärfe das Bild beeinträchtigt.

Beispielsweise können dadurch Sportler, Tiere oder umhertollende Kinder fotografiert werden.

Egal ob Fußball, Basketball, Volleyball oder Badminton, diese Festbrennweite kann jeden bewegten Augenblick festhalten. Wie an dieser Bikerin zu sehen, werden sogar die kleinesten Details, wie die umherfliegende Strähnen scharf abgebildet.

Besonders spektakulär sind Aufnahmen von spritzendem Wasser und die umherfliegenden Wassertropfen. Die extrem kurze Belichtungszeit sorgt dafür, dass diese Aufnahmen wie eingefroren aussehen.

Selbst bei flinken Tieren gelingt es mit dem Nifty-Fifty den Moment in einer großartigen Aufnahme festzuhalten. Denn nicht nur die Belichtungszeit wird durch die große Blendenöffnung verkürzt, auch eine geringere Empfindlichkeit (ISO) und somit geringeres Bildrauschen verhelfen zu besten Ergebnissen.

Klein, Leicht und Günstig

Sicherlich besitzt dieses Nifty-Fifty-Objektiv nicht die wertigste Verarbeitung oder deren Abbildungsleistung ist auch nicht mit den High-End-Objektiven vergleichbar. Dafür punktet diese 50mm-Festbrennweite mit anderen Aspekten.

Weil es aus Kunststoff ist fühlt es sich in der Regel günstiger an. Aber das macht eben das Nifty-Fifty aus. Nicht dass dieses Objektiv dadurch leichter wird, es ist dadurch auch für relativ wenig Geld zu erwerben.

Und weil es günstig und leicht ist, ist es der ideale Begleiter für Jedermann. Sorgenlos kann es jederzeit mitgenommen werden, ohne dass sich Gedanken über das zusätzliche Gewicht gemacht werden muss. Da es so günstig ist, sind auch die Bedenken geringer, dass man es beschädigt oder es im schlimmsten Fall zerstört wird. Bei diesem günstigen Preis ist es sich schnell ersetzen.

Fehlender Bildstabilisator

Eher untypisches ist es, dass ein Nifty-Fifty einen optischen Bildstabilisator besitzt. Dadurch, dass zunehmend moderne spiegellose Systemkameras einen integrierten Bildstabilisator besitzen, ist dies unproblematisch, wenn kein das Objektiv keinen Bildstabilisator besitzt.

Aber auch bei Kameras die keinen integrierten Bildstabilisator besitzen, ist die Nutzung eines Nifty-Fifty relativ unproblematisch. Aufgrund der enorm großen Blende ist in den überwiegenden Situationen kein optischer Bildstabilisator erforderlich, weil die Belichtungszeit so gering ist, dass Verwacklungen keine Auswirkung auf das Foto haben.

Kameras mit Crop-Sensor

Die Brennweite von 50 mm eines Nifty-Fifty ist immer bezogen auf einen Kleinbildsensor einer Vollformatkamera, wie Sony Alpha 7 Kameras oder die Canon EOS R Kameras.

Für andere Kameras, die keinen Kleinbildsensor (KB) besitzen, muss der Formatfaktor (Crop-Faktor) berücksichtigt werden. Abhängig vom Formatfaktor verlängert sich die Kleinbildformat-äquivalente Brennweite oder anderes ausgedrückt, wird um den Formatfaktor in den Bildausschnitt hinein gezoomt.

Bei Verwendung einer 50mm Festbrennweite an APS-C Kameras (z.B. Sony Alpha 6000, Nikon Z50, Canon EOS M) verlängert sich die Kleinbildformat-äquivalente Brennweite um etwa das 1,5-fache auf ca. 75mm. Für den Micro-Four-Third Sensor (MFT) beträgt die äquivalente Brennweite sogar 100mm aufgrund des Formatfaktors von Zwei.

Um dies besser verstehen zu können, zeigen die folgenden Bilder, welcher Bildausschnitt sich ergibt, wenn Bilder mit einer 50mm-Festbrennweite von unterschiedlichen Sensorgrößen aufgenommen werden.

Um am Ende das selbe Bild mit einer Kamera mit einem Crop-Sensor wie mit einem Vollformatkamera zu erhalten, ist eine Kleinbildformat-äquivalente Brennweite erforderlich. Durch das Teilen der Brennweite, bezogen auf den Kleinbildsensor, durch den Formatfaktor ergibt sich die Kleinbildformat-äquivalente Brennweite.
Im Fall des Nifty-Fiftys ergibt sich so für APS-C Kameras eine Brennweite von ca. 35 mm und für den Micro-Four-Third Kameras ergibt sich eine äquivalente Brennweite von 25 mm.

Fazit

Wie bereits mehrfach erwähnt, eignet sich dieses Objektiv für Jedermann. Dabei spielen die bisherigen fotografischen Fähigkeiten und Erfahrungen keine Rolle. Denn es kann als Backup-Objektiv verwendet werden, das immer dabei ist, falls ein anderes Objektiv mal versagt. Es kann aber auch als das Hauptobjektiv verwendet werden, das für fast alle Zwecke verwendet wird. Oder es wird in Kombination mit einem Gimbal verwendet, weil das Nifty-Fifty so leicht und kompakt ist, wodurch das Balancieren vereinfacht wird.

Diese 50mm-Festbrennweite ist somit vielseitig einsetzbar, sodass es bedenkenlos gekauft werden kann ohne dass es später bereut wird.

Zudem hat es einen günstigen und fairen Preis. Dies bedeutet auch, dass der Widerbeschaffungswert relativ gering ist, wodurch es weniger tragisch ist, wenn dieses Nifty-Fifty mal verloren geht, es kaputt geht oder es verschlissen ist.

Trotzdem liefert es großartige Bilder (siehe oben). Die Meisten würden nicht vermuten, dass mit so einem günstigem Objektiv, solche großartigen und professionell aussehende Bilder aufgenommen werden können. Die Kamera spielt dabei zwar auch eine Rolle, aber ausschlaggebender ist jedoch das verwendete Objektiv.

Wenn du also auf der Suche nach einem Objektiv bist, ein Objektiv zum herumspielen suchst, dir nicht soviel Geld zur Verfügung steht, sogar wenn das nötige Kleingeld vorhanden ist, mit der 50mm-Festbrennweite und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten triffst du auf jeden Fall eine gute Wahl.

Passende Objektive

Für die einzelnen Bajonettanschlüsse und Sensorgrößen gibt es typische Nifty-Fifty Objektive. Um die Suche nach diesen zu ersparen sind an dieser Stelle für die bekanntesten Bajonettanschlüsse die entsprechenden 50mm-Festbrennweiten aufgeführt.

Bajonettanschlüsse:
E-Mount, RF-Mount, Z-Mount, L-Mount, EF-M-Mount

E-Mount

Für den E-Mount hat Sony spiegellose Systemkameras mit zwei verschiedenen Sensoren entwickelt, Vollformatkameras mit Kleinbildsensor und APS-C Kameras.

Zu den spiegellosen Vollformatkameras mit E-Mount-Anschluss zählen die Kameras der Sony Alpha 7 und der Sony Alpha 9 Serie. Das typische Nifty-Fifty für diese Kameras ist das sehr günstige Sony 50mm f/1.8 (SEL50F18F) .

Sony 50mm f/1.8 FE SEL50F18F

  • Autofokus
  • Anfangsblende von f/1.8
  • Filtergröße: 49 mm
  • Gewicht: 186 g

Trotz der etwas kürzen Brennweite ist das Samyang 45mm f/1.8 FE eine gute Alternative zum 50mm von Sony.

Äquivalent zu dem Vollformat-Objektiv bietet Sony das 35mm f/1.8 als Nifty-Fifty für seine spiegellosen APS-C Kameras an (z.B. für die Kameras der Sony Alpha 6000 Serie).

Leider ist dieses Objektiv von Sony nicht so günstig, wie der große Bruder. Deshalb sind das Sigma 30mm f/1.4 oder das Viltrox 33mm f/1.4 STM aktuell die bessere Wahl für die APS-C Kameras. Es hat eine größere maximale Blendenöffnung und kostet genauso viel, wenn nicht sogar weniger.

Sigma 30mm f/1.4 DC DN

  • Autofokus
  • Anfangsblende von f/1.4
  • Filtergröße: 52 mm
  • Gewicht: 265 g

Weitere Normalobjektive sowohl für die Vollformat- als auch APS-C-Kameras sind auf dieser Seite zu finden.

RF-Mount

Zu den spiegellosen Vollformatkameras (DLSMs) mit RF-Mount zählen Canons EOS R Kameras, wie die EOS R5 und R6. Als typisches Nifty-Fifty speziell für diese DSLMs zählt das Canon 50mm F1.8 STM .

Canon RF 50mm f/1.8 STM

  • Autofokus
  • Anfangsblende von f/1.8
  • Filtergröße: 43 mm
  • Gewicht: 160 g

Mit kleinen Verbesserungen handelt es sich hierbei um den Nachfolger des Canon EF 50mm F1.8 STM* für Canon’s EF-Bajonett.

Weitere Normalobjektive für das RF-Bajonett befinden sich an dieser Stelle.

Z-Mount

Das typische Nifty-Fifty für Nikon’s Vollformat-Systemkameras der Z-Serie (z.B. Nikon Z6, Nikon Z7) ist das Nikon NIKKOR Z 50mm f/1.8 S

Nikon NIKKOR Z 50mm f/1.8 S

  • Autofokus
  • Anfangsblende von f/1.8
  • Filtergröße: 62 mm
  • Gewicht: 415 g

Für Nikon’s spiegellose APS-C Kameras, wie der Nikon Z50, existiert bisher kein natives Nifty-Fifty mit Autofokus speziell für diese Crop-Kameras. Um trotzdem an diesen Crop-Kameras den gleichen Bildausschnitt zu erhalten, kann das Vollformat-Objektiv Nikon NIKKOR Z 35mm f/1.8 S verwendet werden.

Weitere Normalobjektive für den Z-Mount, sowohl mit als auch ohne Autofokus, befinden sich an dieser Stelle.

L-Mount

Für die spiegellosen Systemkameras mit L-Mount von Leica, Panasonic, Sigma gibt es bisher kein typisches Nifty-Fifty. Die zur Verfügung stehenden Objektive sind zwar alle großartig, jedoch besitzen diese nicht die typischen Eigenschaften eines Nifty-Fifty.

Für die Vollformatkameras mit L-Mount kommt das Sigma 45mm f/2.8 DG DN für den L-Mount einem Nifty-Fitfy am Nächsten. Es besitzt eine maximale Blende von f/2.8 und zählt zu den günstigsten Normalobjektiven mit Autofokus.

Bei den APS-C Kameras für den L-Mount bietet sich das Sigma 30mm f/1.4 DC DN als ein passendes Nifty-Fifty an.

Weitere Normalobjektive für den L-Mount können an dieser Stelle eingesehen werden.

EF-M-Mount

Bei den Kameras der Canon EOS M Serie handelt es sich um spiegellose Systemkameras mit einem APS-C Bildsensor. Für diese Kameras entspricht das Viltrox 33mm f/1.4 STM am besten einen Nifty-Fifty. Mit seiner überdurchschnittlich großen Blende lässt es nochmals mehr Licht auch den Bildsensor einfallen.

Viltrox 33mm f/1.4 STM

  • Autofokus
  • Anfangsblende von f/1.4
  • Filtergröße: 52 mm
  • Gewicht: 270 g

Eine gute Alternative zu dem Objektiv von Viltrox ist das Sigma 30mm f/1.4 DC DN . Für einen kleinen Aufpreis liefert es eine bessere Bildqualität.

Eine Übersicht weiterer Normalobjektive für die Canon EOS M Kameras ist auf dieser Seite eine Übersicht der Normalobjektive für den EF-M-Mount zu finden.

Erstellt am 09.12.2020 von Max Ranwig

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